Kindersitzung 2013

Wer bitteschön ist denn hier die Ärztin?

 HMV-Kindersitzung besticht durch ein von Kindern selbst gestaltetes Programm, urkomische Sketche und viele überraschende visuelle Effekte

 

Mit einer zweistündigen Show aus Tanz, Musik  und gesprochenen Vorträgen unterhielt der Nachwuchs des Humor-Musik-Vereins „Edelweiß“ am Sonntag die Besucher im ausverkauften Hochstädter Bürgerhaus prächtig. Es war eine gelungene Kindersitzung, die wieder einmal die volle Bandbreite der HMV-Nachwuchsarbeit erkennen ließ – mit durchweg von Kindern und Jugendlichen geschriebenen und erarbeiteten Vorträgen. Und vor allem mit unbändiger kindlicher Lebensfreude.

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Kurz nach 15 Uhr zogen der Elferrat und die beiden Sitzungspräsidenten in den voll besetzten Saal ein. Begleitet wurden sie dabei von den beiden jüngsten Majorettesgruppen. Laura Waider und Shawn McIntosh begrüßten die vielen Kinder und Erwachsenen zur diesjährigen HMV-Kindersitzung und führten danach anschließend souverän und mit Witz durch das Programm, das wie immer unter dem Titel „Von Kindern für Kinder“ stand. Ihnen zur Seite standen Jakob Röll, Benedikt Schmitt, Tom Hegenbart, Diego Krapf-Alvarez, Tim Wicke, Marcel Rodriguez, Enrique Rodriquez, Nico Neumüller und Tim Ott., die den Elferrat bildeten.

 Nach der Begrüßung stand als Erstes der Gemeinschaftstanz aller Majorettesgruppen auf dem Programm. Über 40 Majorettes im Alter von 4 bis 25 Jahren tanzten gemeinsam auf der Bühne und im Saal und gaben ein tolles Bild ab. Anschließend sorgten die „HMV-Kidz“ Lara Fischer, Sophia Palermo und Tim Wicke für Partystimmung im Bürgerhaus. Sie sangen das Lied vom kleinen Zwerg oben auf dem Berg, der überlegt, wie er auf den anderen Berg zu einem anderen Zwerg kommt. Das passte wie Faust aufs Auge und die Zipfelmütze auf den Zwergenkopf: Denn damit läuteten sie den Tanz der „Chaotischen 8“ ein, die als Zwerge verkleidet und mit überdimensionalen Zwergenmützen, die über den halben Körper gingen, für viel Gelächter im Publikum sorgten. Trainiert wurden Marina Fischer, Leonie Schmidt, Vivien Barth, Annika Seibel,  Daniel Krapf Alvarez, Jonas Hegenbarth, Enrico Rülke und Marcel Fischer von Manuela Fischer und Jasmin Schmidt.

 Dass man es als Babysitter nicht leicht hat, musste Sophia Palermo feststellen. Dabei schien am Anfang alles so einfach: Die Kinder schickt sie früh ins Bett und macht es sich dann mit ihrem Buch gemütlich. Doch die beiden Jungs hatten anderes im Sinn. Sie machen es ihrer Babysitterin gar nicht leicht: Der große Bruder (Mirco Schneider) stiftete seinen kleinen Bruder (Benny Krusewitz) zu allen möglichen Streichen an. Sie stibitzten Sophias Popcorn und Cola, malten mit Lippenstift ihr Gesicht an und erschreckten sie am Ende auch noch fürchterlich, als sie ein von ihr erwartetes Paket öffnete und Benny heraussprang. Doch am Ende fügte sich alles: Sophia sah ein, dass Babysitten doch nicht so einfach ist, wie sie gedacht hatte und die beiden Jungs waren vom vielen Streiche spielen so müde, dass sie freiwillig ins Bett gingen. Für ihren überzeugenden und vor allem sehr lustigen Auftritt wurden die drei natürlich mit viel Applaus vom Publikum belohnt. Einstudiert wurde das Stück von Sammy Klyn.

 Nun war der Tanz der jüngsten Majorettesgruppe an der Reihe. Die Mini-Majorettes Marina Fischer, Svenja Sachse, Nadira Huhn, Vivien Barth, Lena Wicke, Shannon McIntosh, Luana Moriell, Mia Blumenstein, Ida Tosic, Gezal Büyükkaya, Narin Büyükkaya und Bermal Büyükkaya tanzten zu „Bienvenido“ von Marquess. Bemerkenswert ist, wie gut die Mädchen schon den Baton drehen können, zumal einige von ihnen zum ersten Mal auf der Bühne standen. Für ihren Auftritt bekamen sie viel Applaus und auch die Trainerinnen Carolin Misiewicz, Jasmin Cercas und Maren Gilzinger sah man an, dass sie sehr stolz auf ihre Mädels waren.

Ins Märchenland luden anschließend Johanna Röll, Jakob Röll, Lara Fischer, Marcel Fischer, Marie Roseboom, Michelle van der Stap, Rebecca Heckl, Marcel Rodriguez und Enrique Rodriguez ein. Und tatsächlich tummelten sich auf der Bühne lauter bekannte Figuren. Rotkäppchen ist auf der Suche nach Feuerholz und trifft dabei auf Greta und Gretel, Schneewittchen und Rapunzel. Und dann gibt es da noch den Zwerg Schlafmütz, der tatsächlich auch ständig und manchmal mitten im Satz einschläft, mit seinen drei Freunden, die im Wald eine Teeparty veranstalten. Es kommt, wie es kommen muss: Sie lassen den schön gedeckten Tisch mit Kuchen und Tee ganz kurz aus den Augen und schon haben ihn die Mädels entdeckt und geplündert. Greta, die Schlafmütz „total süß“ findet, denkt, dieser hätte das alles nur für sie organisiert und bedankt sich bei ihm. Die Zwerge sind natürlich empört, dass die Mädchen ihre Teeparty gestört haben. Doch Schlafmütz fühlt sich geschmeichelt und beendet die ganze Diskussion wie ein Gentleman: „Gern geschehen!“

Einstudiert wurde das Stück von Anika Waider, David Sessner und Patrick van der Stap, die vor zwei Jahren selbst noch bei der Kindersitzung auf der Bühne standen. Gemeinsam mit den Spielern hatten sie auch den Text geschrieben – „von Kindern für Kinder“ im besten Sinne, so wie es bei den Humoristen mittlerweile schon Tradition ist.

Nach der Pause kam es zum Showdown: Ein Boxkampf zwischen den „Hochstädter Rockern“, vertreten durch Leon Benedetti, und der „Klingsee-Mafia“, vertreten durch Tom Hegenbarth, wurde angesagt. Beide brachten noch Unterstützung mit auf die Bühne: Shawn McIntosh, Jakob Röll, Tim Ott, Tim Wicke, Mirco Schneider, Marcel Rodriguez, Enrique Rodriguez und Diego Krapf-Alvarez. Doch was als „Boxkampf“ begann, endete als cooler Tanz, in dem sogar der aktuelle „Gangnam Style“ eingebaut war.  Klar, dass sie ohne Zugabe nicht von der Bühne kamen. Und so cool ist beim HMV nur eine Gruppe – die „Coolen Jungs“, die auch dieses Jahr wieder von Eileen McIntosh und Simone Rülke trainiert wurden. Unterstützt wurden die Tänzer auch noch von Alana McIntosh, Shannon McIntosh, Victoria Heckl, Resal Büyükkaya, Nadira Huhn, Daniel Krapf-Alvarez und Enrico Rülke.

 Weiter im Programm ging es mit den Maxi-Majorettes, die von Britta Rosbach, Nina Reich und Julia Filz trainiert werden. Johanna Röll, Julia Reinhold, Lisa Schuster, Anika Waider, Rebecca Heckl, Michelle van der Stap, Marie Roseboom, Verena Huhn, Katharina Heß zeigten einen Stabtanz zu den Songs „Rock, paper, scissors“ und „Waiting for a star to fall“. Für ihren Tanz und ihr Können mit dem Baton wurden sie mit viel Applaus vom Publikum belohnt. Danach konnten Laura Waider und Shawn McIntosh gleich zwei Kinderprinzenpaare auf der Bühne begrüßen: Prinz Heinz I. und Prinzessin Caroline II.  aus Hochstadt und Prinzessin Joana I. und Prinz Diego I. aus Dörnigheim waren zu Gast bei den Junghumoristen. Beide Kinderprinzenpaare begrüßten das Publikum mit einer launigen Rede.

 Königlich ging es weiter. Eigentlich sind Königin Kleopatra (Alana McIntosh) und die indische Königin (Viktoria Heckl) die besten Freundinnen. Doch als Kleopatras Kette verschwindet, hört die Freundschaft auf, denn die indische Königin wird des Diebstahls bezichtigt. Ein Bote (Shannon McIntosh) überbringt ihr die Kriegserklärung. Es kommt zum Showdown: Die beiden Diener (Enrico Rülke und Nadira Huhn) sollen für ihre Königinnen kämpfen. Doch glücklicherweise kann ein Wanderer, der den „Diebstahl“ beobachtet hat, die Situation auflösen. Die goldene Kette ist nicht von der indischen Königin, sondern von Kleopatras Dienerin eingesteckt worden. Und am Ende vertragen sich natürlich wieder alle und die indische Königin will den Wanderer sogar heiraten – eine umwerfend komische Schlusspointe. Im letzten Jahr feierte die Gruppe ihre schauspielerische Premiere, auch in diesem Jahr überraschten sie das Publikum wieder mit einem tollen Stück, das von der 14-jährigen Rebecca Heckl geschrieben wurde und für das sie zurecht viel Applaus erhielten. Einstudiert wurde „Kleopatras Kette“ von Gaby Huhn und Martina Heckl.

Dann war der Auftritt der Kleinsten an der Reihe. Die HMV-Zwerge waren wie immer sehr süß anzuschauen. Luana Moriell, Lauryn Santa Fee, Lara Benedetti, Charlene Ebert, Mia Blumenstein und Mateo Blumenstein tollten als kleine Indianer mit ihren Steckenpferden über die Bühne. Trainiert wurde der Nachwuchs von Simone Rülke und Daniela Moriell.

Verletzt man sich beim Tanzen, muss man zum Arzt – das dachte sich auch Rebecca Heckl. Sie suchte die Arztpraxis auf, erklärte der Ärztin Nadira Huhn, dass sie Schmerzen am Bein habe. Doch damit begannen die Merkwürdigkeiten, die an feinsten britischen Humor der Klasse Monty Python erinnerten: Die Ärztin misst den Blutdruck, hört das Herz ab – und diagnostiziert Kopfschmerzen. Rebeccas Einwände, dass ihr doch das Bein wehtue, lässt sie nicht gelten: „Sind Sie die Ärztin oder ich?“ Doch endlich konzentriert sie sich auf das verletzte Bein und röntgt es. Auf dem Röntgenbild sind kleine Zwerge im Bein zu sehen, daher kämen auch die Schmerzen. Das kann Rebecca nicht glauben und zeigt der Ärztin erneut ihr Bein. Zum Glück, denn letztendlich stellt die Ärztin fest, dass Rebecca nichts weiter braucht als ein Pflaster. Mit ihrem Auftritt brachten sie das Publikum zum Lachen und bekamen natürlich auch viel Applaus. Wie schon „Kleopatras Kette“ stammt auch dieser Sketch aus Rebecca Heckls Feder, wofür sie noch einmal viel Beifall bekam. Rebecca Heckl unterstrich mit ihren Auftritten und eigenen Stücken – sie hatte auch im Vorjahr schon selbst verfasste Stücke für die Kindersitzung vorbereitet –, dass sie nicht nur über enormes schauspielerisches Talent verfügt, sondern auch einen großen Wortschatz und erstklassiges Gespür für Komik und Bühnenwirkung. Sie gehört zu den größten Talenten unter den Junghumoristen.

 Anschließend stürmten die Midi-Majorettes die Bühne. Alana McIntosh, Chiara Altomare, Anna Altomare, Nathalia Markievicz, Cornelia Markievicz, Selina Daniilakis, Christina Hess, Victoria Heckl, Lara Fischer, Nini Nguyen, Sophia Palermo, Sara Marie Gilles, Marie Roseboom tanzten sich durch die vier Jahreszeiten. Sie hatten gemeinsam mit ihren Trainerinnen Susi Meyer und Franziska Meyer einen tollen Tanz einstudiert, für den sie das Publikum mit viel Applaus belohnte.

Mit einem selbstgeschriebenen Vortrag stand in diesem Jahr auch Laura Waider auf der Bühne. Als Punkerin Rocky B. suchte sie einen Praktikumsplatz. Leider war das nicht so einfach, wie sie sich das gedacht hatte. Zunächst einmal muss man nämlich eine Bewerbung schreiben und zum Vorstellungsgespräch gehen. Dort stellte sich raus, dass Einzelhandelskauffrau für eine Punkerin auch gar nicht der richtige Beruf ist. Zuerst ist Rocky B. beleidigt, doch dann sieht sie ein Schild „Ballettlehrerin gesucht“. Das ist doch schon eher was – zumindest passt dazu schon mal ihr Outfit.

Zum Schluss sangen noch einmal Lara Fischer, Sophia Palermo und Tim Wicke, die alle Lieder gemeinsam mit ihrer Trainerin Manuela Fischer einstudiert hatten. Beim Kinder-HMV-Lied kamen alle jungen Aktiven auf die Bühne und ließen sich feiern. Dann verabschiedeten sie sich mit einer großen Polonäse.

Der HMV kann auf eine kurzweilige Kindersitzung zurückblicken und braucht sich um die Zukunft keine Sorgen zu machen: Der Nachwuchs ist da und zeigt eine unvergleichliche Eigeninitiative. Einen Dank richtet der Jugendausschuss des HMV noch einmal an alle Helferinnen und Helfer rund um die tolle Kindersitzung.