Dichterwerkstatt 2015

Kleinkunst von „Kleinen“ aus dem Stegreif

HMV bildet junge Sprachtalente aus

Nach den Fastnachtssitzungen ist vor den Fastnachtssitzungen“ – das gilt beim HMV nicht nur für die erwachsenen Akteure, sondern auch für den Nachwuchs. Für ein paar von ihnen begann die Vorbereitung auf die Kindersitzung und die Fastnachtssitzungen 2016 bereits vor ein paar Tagen mit der vierten „HMV-Dichterwerkstatt“. Einen ganzen Tag lang verbrachten 13 Kinder und Jugendliche, die meisten von ihnen zwischen 12 und 17 Jahren, gemeinsam mit sechs Betreuern in der HMV-Geschäftsstelle, um gemeinsam auf spielerische Art und Weise die Grundlagen des Textens, vor allem aber auch des Reimens zu erarbeiten. Und auch das Schauspielerische kam an diesem Tag natürlich nicht zu kurz.

Die jüngste Gruppe, darunter die neunjährige Kindersitzungspräsidentin Nadira Huhn, beschäftigte sich am Vormittag zunächst mit Reimen. Zunächst mussten einzelne Reimwörter zu vorgegebenen Wörtern gefunden werden, dann bereits ein ganzer Satz. Danach folgten Zweizeiler und am Ende der ersten Arbeitsphase brachten die fünf HMV-Kids schon sogar Vier- und Achtzeiler auf das Papier, die sie sich ganz alleine ausgedacht hatten. Am Nachmittag ging es dann schauspielerisch weiter: Gesichtausdrücke raten und Pantomime standen auf dem Programm. Anderen mimisch und gestisch etwas zu erklären, ohne die Stimme dafür einzusetzen, ist gar nicht mal so einfach. Viel leichter fiel da die nächste Aufgabe der beiden Betreuer Lisa Paret und Nina Walzer-Stein: eine Minute lang zu einem bestimmten Thema etwas erzählen. Die längste Rede dauerte sogar sechs Minuten, einfach so mal aus dem Stegreif und zu dem noch mit perfektem indischen Akzent, vorgetragen vom neunjährigen Daniel Krapf Alvarez. Am Ende der Arbeitseinheit mussten sich die fünf Kids ganz alleine und ausgestattet mit Requisiten noch ein kleines Theaterstück überlegen, das sie am Ende des Tages den anderen vorführten.

Für die etwas Älteren stand an diesem Tag ein ähnliches Programm an. Übungen zu Gestik und Mimik, frei vor anderen und Stücke mit verschiedenen Tonlagen sprechen. Gerade bei Letzterem wurde deutlich, wie sehr die Art des Vortragens Einfluss darauf hat, wie ein Text beim Publikum ankommt. Die beiden Betreuer Pia Jost und Colin Stein hatten sich Einiges einfallen lassen, um die drei Jungs den ganzen Tag lang zu fordern und zu fördern. Am Ende konnte diese Gruppe den anderen einen Rap präsentieren, den sie sich selbst überlegt und alleine gereimt hatten.

Die älteste Gruppe bestand aus den Mitgliedern des Jugendgruppenstücks, das seit einigen Jahren in wechselnder Besetzung auf den HMV-Sitzungen zu sehen ist. Da alle schon ihnen mehrmals bei der „Dichterwerkstatt“ dabei waren, stand bei ihnen vor allem das Text schreiben und das Schauspielern auf dem Programm – bis hin zur spontanen Stand-up-Nummer. Unterstützt wurden sie dabei von den beiden Betreuern Maurizio Spanu und Frank Walzer. Gemeinsam überlegten sie sich verschiedene –teils auch absurde – Situationen, in denen sie bestimmte Rollen und Gemütslagen einnehmen sollten. Plötzliche Rollen- und Szenenwechsel bereiteten sie auf das vor, was nach der Mittagspause wartete. Die Gruppe bereitete zunächst eine Radio- und dann eine Fernsehsendung vor, in denen sich die Jugendlichen in verschiedene Charaktere reindenken mussten – Aufnahmen inbegriffen. Das sorgte für ordentlich Gelächter und Spaß, gerade dann beim Anhören der Stücke.

Zum Schluss konnten die meisten nur darüber staunen, was sie alles zu Papier beziehungsweise auf die Bühne gebracht hatten. Damit ging ein sehr unterhaltsamer, erfolgreicher aber auch ein anstrengender „Dichterwerkstatt-Tag“ zu Ende.

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