Kindersitzung 2002

 Kindgerechtes Fastnachtsprogramm, flotte Tänze und Humor pur

HMV-Kindersitzung besticht mit Abwechslungsreichtum sowie jeder Menge Spaß und Unterhaltung

 

Es war wieder einmal die reinste Freude am Karneval, was die Nachwuchstalente des Humor-Musik-Vereins Edelweiß ihrem Publikum am gestrigen Sonntag boten. Eine Kindersitzung, für die sich der Besuch für Alt und Jung auf jeden Fall gelohnt hat. Mit ausdrucksstarken Tänzen und eindrucksvollen Vorträgen zogen die jungen Humoristen ihre närrischen Zuschauer von Beginn an in ihren Bann. Um 15.03 Uhr marschierte der Elferrat – angeführt von den wie jedes Jahr prima harmonierenden Sitzungspräsidenten Colin Stein und Dennis Dimter – in den humoristisch ausgestatteten Saal des Hochstädter Bürgerhauses. Als die ersten Helau-Rufe erschallten, stand bereits die ganze Publikumsschar Spalier und grüßte heiter-fröhlich zurück. Spätestens ab diesem Augenblick war jedem Besucher klar: Das wird wieder ein stimmungsgeladenes Programm nach HMV-Manier!

 Die beiden Sitzungspräsidenten begrüßten den Saal mit flinken, gereimten Versen und bereiteten die Gäste glänzend auf das Kindersitzungs-Spektakel vor. Auch bei den Absagen der folgenden Programmpunkte ließen die beiden Conférenciers ihr reimerisches Können aufblitzen, führten abwechselnd kess und gewitzt durch den Fastnachts-Spaß. Doch nun beherrschten erst einmal flinke Beine das Bühnengeschehen. Die Maxi-Majorettes Jessica Hesse, Stefanie Oestreich, Jasmin Cercas, Kerstin Bauer, Sonja Heck, Julia Greh, Miriam Lutz, Britta Rosbach und Carolin Misiewicz – unter der Leitung von Petra Böff – präsentierten ihren hervorragend aufeinander abgestimmten Gardetanz – anfangs in gespenstischen Gewändern verhüllt, aus denen sie sich aber gleich darauf „entpuppten“ und den Saal mit ihren Tanzfiguren weiter anheizten.

 Der erste Vortrag des Nachmittags gehörte dem Bühnengenie Colin Stein, der allseits als aktiver Narr bekannt ist. Den närrischen Stress zur Fastnacht veranschaulichte er seinen Zuhörern anhand von Auszügen aus dem „Kindersitzungs-Lexikon“. So muss stets auf die karnevalsgerechte Behandlung von Akteuren und Prinzenpaaren, aber auch auf die Erwähnung der Ehrengäste sowie der endlosen Zahl von Mithelfenden geachtet werden. Auch die Truppe der Midi-Majorettes zeigte, dass sie in ihrem Metier mit ihren Stäben auf dem allerbesten Wege sind, ganz Große zu werden. Es ist immer wieder eine wunderbare Sache, zu sehen was die Mädchen um Nina Allmannsdörfer, Sabrina Böff, Jennifer Fassing, Janine Jeske, Miriam Loeper, Vanessa Mehlich, Laura Misiewicz, Sabrina Müller, Natalie Oestreich, Nadine Rausa, Pia Schäfer, Katharina Schmidt, Alica Strenge und Jasmin Sturmat durch ihre Trainerinnen Daniela Seßner und Katja Heide jährlich für gewaltige Fortschritte machen. Aus den Tänzerinnen ist schon eine beachtliche Majorettes-Gruppe erwachsen!

 Sitzungspräsident Dennis Dimter hatte nun die beliebte Aufgabe, den Elferrat vorzustellen. Denn neben den zwei Sitzungspräsidenten sorgten auch Sarah Stein, Manuela Ripper, Anna Zachmann, Sabrina Böff, Natalie Weiss, Florian Benning, Stefanie Weiss, Patrick van der Stap, Pia Schäfer und Patrick Benning für Stimmung auf der Bühne, die sich natürlich auf das Publikum – in gegenseitig steigerndem Maße – auswirkte. Nahezu exotisch bevölkerten im Anschluss daran eine große Zahl von Affen das Bürgerhaus. Mit heller Begeisterung tummelten sich diese auf der Bühne, hüpften, foppten sich und äfften sich gegenseitig nach: Ein tierisches Vergnügen! Sichtlich beeindruckt von der Tanz-Idee und der witzigen Kostümierung schauten die närrischen Besucher der „Affenbande“ von Colin Jeske, Christian Dimter, Lisa Greh, Melissa Hesse, Jessica Huhn, Verena Huhn und Michelle van der Stap zu, wie sie sich beinahe verzweifelt auf die Suche nach ihrer Kokosnuss begaben. Der Applaus des Publikums bewies ihre Leistung, an der die Leiterinnen Betty van der Stap und Karin Huhn wesentlichen Anteil hatten.

 Einen Show-Tanz unter dem interessanten Namen „Celtic Roses“ hatten sich im Folgenden Miriam Lutz, Carolin Misiewicz, Kerstin Bauer, Jasmin Cercas, Katrin Koffler, Constanze Matthias, Jessica Hesse, Stefanie Oestreich, Julietta Kunkel und Natalie Oestreich unter der Regie von Catherine Schell ausgedacht. Mit fetzigen, irischen Folklore-Klängen führten sie die kleinen und großen Besucher mit gekonnten Riverdance-Einlagen in die bunte und geheimnisvolle Welt der Kelten ein.

 Den ganzen Nachmittag des Fastnachtssonntages begleitete die HMV-Band (Helmut Roog, Heinz Lohr, Helmut Hagenfeld und Wolfgang Schäfer), weitläufig als „Experten für Stimmungsmusik“ bekannt, die Kindersitzung mit schwungvollen Karnevalsklängen. Wenn kleine Umbauarbeiten der Bühnenmannschaft vorgenommen werden mussten, waren sie auf Zack und unterhielten die Narren vor der Bühne im ausverkauften Hochstädter Bürgerhaus mit „Dreivierteltakt-Schunklern“; so auch zu diesem Zeitpunkt. Denn für das Gruppenstück „Das kleine Gespenst“ mussten gleich mehrere Requisiten gerückt werden.

 Das kleine Gespenst (eindrucksvoll gespielt von Philipp Seßner) wollte unbedingt einmal die Welt bei Tag erleben und erzählte dies seinem Freund, dem Uhu „Schuru“ (Sarah Greene). Allem Abraten zum Trotze schaffte die fliegende Gestalt in weiß es schließlich doch –allerdings war sie statt weiß bei Tageslicht plötzlich pechschwarz (hier übernahm Fabian Dimter die Rolle als Gespenst). Jetzt wurde das Gespenst immer trauriger, denn auch die Waschfrau (Lisa Rülke) konnte ihm nicht weiterhelfen – eine 60°-Wäsche brachte dem Geistergewand zwar neue Frische, machte selbiges aber nicht wieder weiß. Doch zusammen mit der Polizistin (Laura Misiewicz) und dem Bürgermeister gelang es dem Gespenst am Ende, wieder in völlig schneeweißem Kostüm durch die Nacht zu schweben. Mit diesem Gruppenstück, geschrieben und einstudiert von Katja Heide und Carolina Schock, knüpfte die Schar der Humoristen an den „Regenbogenfisch“, der im vergangenen Jahr für große Begeisterung gesorgt hatte, erfolgreich an.

 Nach einer zwei-mal-elf-minütigen Pause besuchten vier Flamingos die HMV-Kindersitzung. Bei den Großen-Sitzungen des Humor-Musik-Vereins Edelweiß gaben sie bereits ihr hüftschwingendes Gastspiel und wollten unbedingt auch beim humoristischen Nachwuchs ihren Schnattertanz zum Besten geben. Hinter den Flamingo-Kostümen verbargen sich keine anderen, als Stefan Lohr, Frank Walzer, Fabian Dimter und Dennis Dimter. Als nächstes erwiesen der humoristischen Sitzung auch die Kinderprinzenpaare aus Hochstadt und Dörnigheim ihre Ehre. Die „urechten“ Hochstädter Prinz Andreas II. von Hochstadt, Scaterfürst der Kochberg-Halfpipe, Edler Schreiber vom Roten Hahn, Earl of music by Longo-pop und Prinzessin Natalie I. de Ronde de Luisant, Fürstin PC vom Mouseclick, Baroness Hoch-zu-Ross, Comtesse de la dance de Käwer – mit bürgerlichem Namen Andreas Koller und Natalie Harnisch – wussten schlagfertig, den Humoristen zur Bombenstimmung im Saal mit närrischen Glückwünschen zu gratulieren. Selbst das Prinzenpaar aus dem größten Maintaler Stadtteil, in Form von Prinz Thomas I. und ihrer Lieblichkeit Prinzessin Alicia I., schloss sich ihren Hochstädter Vorrednern in dieser Meinung an.

 Und um das Ganze mit einem weiteren Stimmungsknüller zu belegen, warfen sich Constanze Matthias, Jasmin Cercas, Jessica Richter, Lilo Hartmann, Svenja Hübner, Ivona Glavasevic, Miriam Loeper und Nina Allmannsdörfer für wahres „Saturday Night Fever“ auf der Bühne mächtig ins Zeug. Den weltweit bekannten, ausholenden Armschwung konnten sich hierbei nicht nur die Übungsleiterinnen Angela Cercas und Christine Misiewicz kaum verkneifen. Kaum noch aus dem Sitzungsprogramm wegzudenken ist das Tanzduo Kerstin Bauer und Carolin Misiewicz. Die beiden renommierten jungen Damen haben bereits im letzten Jahr sowie bei der vergangenen Kampagneneröffnung des Humor-Musik-Vereins viel von sich hören lassen. Wieder einmal betonten sie ihre ausgeprägten tänzerischen Qualitäten: Feines Rhythmusgefühl, filigran abgestimmte Choreografien gemixt mit bewegungsreichen Majorettes-Einlagen. Die beiden haben sich ihre Ovationen nach ihrer Darbietung redlichst verdient. Dem Ideal der aufstrebenden Zwei folgten die blutjungen Mini-Majorettes Vanessa Franke, Isabell Heil, Jessica Ihl (die zudem noch am gestrigen Sonntag Geburtstag hatte – nachträglich alles Gute!), Sarah Greene, Saskia Schäfer, Melissa Hesse, Franziska Meyer, Jessica Huhn, Arlene Rohmann, Lisa Rülke, Maren Gilzinger und Julia Filz. Die Übungsleiterinnen Simone Rülke und Christine Misiewicz konnten zurecht stolz auf ihre Tänzerinnen sein, denn bei ihren „ganz großen Kleinen“ zeigte sich ein hohes vorhandenes Potential, auf dem es sich in den nächsten Jahren weiter aufbauen lässt.

 Soviel Schwung auf einen Schlag setzten die zwei Clowns Peppi und Peppo alias Natalie Oestreich und Fabian Dimter die humoristisch-heitere Krone auf. Sie grillten zusammen und während die Würstchen langsam vor sich hin brutzelten, spielten sich die beiden gegenseitig Streiche. Die Clowns verpassten bei ihren Neckereien sogar, dass mit der Zeit ihre Grillwürste zu brennen anfingen... Für den Löscheinsatz stand aber gleich das Passende parat: „Lösch-Konfetti“, von dem selbstverständlich auch das Publikum jede Menge abbekam. Ihre Nummer war wie jedes Jahr ein wahrer Genuss an humoristischem Nonsens. Plötzlich verdunkelte sich die Bühne. Es ertönte die Melodie von Pink Panther und lauter schwarz-weiß-kontraststarke Tänzerinnen erschienen. Als diese anfingen, in Perfektion Batons durch die Lüfte zu schwingen, war klar: Das sind die – zusätzlich durch Katrin Koffler und Constanze Matthias verstärkten – Maxi-Majorettes mit ihrem diesjährigen Showtanz. Wie im letzten Jahr verzauberten sie mit vielerlei Hell-Dunkel-Effekten das gesamte Publikum und brachten auch am Sonntag wieder die Stimmung im Saal fast zum Überschäumen.

 Dies gelang am Ende den Humoristen, die in der „Hitparade“ die aktuellen Chartstürmer präsentierten. Moderatorin Saskia Völker stimmte ein auf die „No Angeles“ (Vanessa Franke, Melissa Hesse, Lisa Rülke, Jessica Huhn und Sarah Greene), „Brosis“ (Svenja Hübner, Nadine Rausa, Jessica Richter, Lilo Hartmann, Nina Allmannsdörfer und Miriam Loeper; herausragende Choreografie) und den ultimativen Partyhit: „Country Roads“ (Laura Misiewicz, Philipp Seßner und Fabian Dimter) – spätestens beim letzten Song hielt es niemanden mehr ruhig auf den Sitzen. Das Lied der „Kinderschar vom HMV“ und die anschließende Polonäse läuteten den Ausklang des Nachmittags ein. Der Nachwuchs des HMV schafft es Jahr für Jahr immer wieder – mit der Jugend im engen Kontakt – ein kindgerecht hochwertiges Fastnachtsprogramm zu erstellen. Man konnte am Sonntag sehr gut sehen, mit welch einer Begeisterung die Talente in der Bütt, im Tanz oder in anderen Beiträgen an ihr Werk gehen und dafür den wahren Lohn ihrer monatelangen Bemühungen nach ihren Darbietungen genossen: Der frenetische Applaus der Zuschauer. Man kann dem Humor-Musik-Verein Edelweiß an dieser Stelle zu einer solchen Jugend und Jugendarbeit, der man sicherlich maßgeblichen Anteil an diesem Kindersitzungs-Erfolg zollen muss, aufs Äußerste beglückwünschen.