Kindersitzung 2004

Nach elf Trommelschlägen gibt es für die Junghumoristen kein Halten mehr
Kindersitzung des HMV sorgt für Superstimmung im Saal – Flottes und kindgerechtes Programm

 

Der Fastnachtssonntag steht beim Humor-Musik-Verein „Edelweiß“ traditionell im Zeichen der Kindersitzung – und die stand diesmal ganz im Zeichen der Eigenständigkeit der Auftretenden. Gerade im Vortragsbereich machten sich die Fortschritte durch das „KiSi-Training“, einem regelmäßigen Treffen, das sich auf die spielerische Fortbildung der Kinder in Sprache und Ausdruck spezialisiert, stark bemerkbar. Eine insgesamt imponierende kindliche Lockerheit, angefangen bei der Sitzungsführung von Laura Misiewicz und Philipp Seßner, die zusammen in ihrem Debütjahr prima harmonierten. Laura Misiewicz kann bereits auf langjährige Bühnenerfahrung blicken, tanzt sie doch mit den Midi-Majorettes mittlerweile auf den Sitzungen der „Großen“ mit. Aufgrund ihres neuen Postens kam sie jedoch in den seltenen Genuss, ihre eigenen „Kolleginnen“ Jennifer Fassing, Jessica Ihl, Julia Filz, Lisa Rülke, Natalie Oestreich, Sabrina Böff, Sabrina Müller, Vanessa Mehlich, Laura Günther, Anna Zachmann und Sarah Stein an- und abzumoderieren, die mit ihrem Tanz zu „In the shadows“ den beschwingten Sitzungsauftakt bildeten. Was diese Gruppe vormachte – Stock drehen und dabei im Einklang tanzen – erklärte Nina Reich anschließend etwas genauer. „So was lernt man doch im Nu’ – ich hab’s vorgemacht, jetzt du!“ Und damit musste Sitzungspräsident Philipp Seßner überraschend das „Versuchskaninchen“ spielen.

Nina Reich hielt ihren Vortrag frei. Wie auch die anderen Wortbeiträge entstammte dieser Programmpunkt der Feder des Kindes selbst. Idee, Ausformulierung und Einstudieren wie die „Großen“ – das Resultat schien nicht nur Nina Reich Freude zu bereiten: Nach ihrer Präsentation inklusive Tanz hallten Zugaberufe durch das Hochstädter Bürgerhaus. Selten bei einer Kindersitzung, aber es sollte nicht der einzige Vortrag sein, der damit belohnt wurde. Zunächst einmal wurden auf der Bühne aber die Lichtorgeln angeworfen: Zeit für ein bisschen Disko-Glamour. Michelle van der Stap, Verena Huhn, Jonas Kraft, Lisa Schuster, Franziska Hohmann, Julia Reinhold, Marcel Fischer, Celin Golda, Katharina Heß, Louisa Arndt, Rebecca Hensel, Jasmin Heckert, Merit Melcher, Shawn McIntosh, Colin Jeske und Julia Kraft boten mit „Agadoo“ ausreichend Gelegenheit, selbst mitzumachen.

Der jüngste Nachwuchs zeigte sich wieder einmal putzmunter – und ließ bei Jung und Alt kein Auge trocken. Recht schnell gingen die unterhaltsamen Sketche von Vanessa Franke, Arlene Rohmann Anika Brickwede, Jessica Ihl, Sarah Greene und Lisa Rülke über die Bühne, jeweils kleine Zwiegespräche mit den „komischsten Sorgen“ des Alltags. Während die eine nach ihrem Traumprinzen angelte, hielt die andere Ausschau nach einer, die nach eigenen Angaben im siebten Himmel schweben soll. Zu guter Letzt der Mutter-Tochter-Konflikt und die so genannte „Katzenwäsche“, wobei das Geforderte wörtlich genommen wurde. Arme Katze… Britta Rosbach, Miriam Lutz, Stefanie Oestreich, Kerstin Bauer, Carolin Misiewicz, Miriam Löper und Janine Jeske erzielten die imposante Wirkung ihres Showtanzes „Waldelfen“ nicht zuletzt aufgrund der aufwändigen Dekoration: Bäume und Sträucher mit integrierten Lichtern – und das ist ja in den vergangenen Jahren zum markanten Zeichen der Maxi-Majorettes geworden. Tanzschritte, Kostüme und verzierte Tanzstäbe: Das Thema wurde gut umgesetzt und kassierte verdienten Applaus.

Für die Sicherheit waren auch Vertreter der Feuerwehr anwesend – einer davon Uwe Eibelshäuser, zugleich Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr in Hochstadt. Einer seiner Schützlinge, Fabian Dimter, verriet den Zuschauern, welche Dinge er zusammen mit dem Ausbilder bereits erlebt hat: „Jugendwart verkohlen“ gehört jedenfalls auch weiterhin zu seinem Lieblingshobby. Dieser Vortrag stach durch die Hilfsmittel besonders hervor, ein komplett einsatzfähiger Feuerwehrschlauch mit passendem Hydranten – Fabian Dimter hatte für die Ausgestaltung seines Auftrittes alle Register gezogen und sorgte für ein gut gelauntes Publikum, das auch nach der zwischenzeitlichen Pause aufmerksam dem Geschehen auf der Bühne folgte. Die jungen Aktiven rechtfertigten dies.

Zu Ehren des „Elferrates“, der neben den Sitzungspräsidenten mit Jennifer Michels, Ronja Schmidt, Marvin Seßner, Timo Kaiser, Fabian Bauer, Florian Benning, Patrick van der Stap, Nils Kreitz, Tim Meyer, Ann-Kathrin Kaiser und David Seßner um zwei Kinder erweitert wurde, tanzten nun die Mini-Majorettes – die Jüngsten unter den Baton schwingenden Humoristinnen. Das lebensfrohe Lachen war bei Melissa Hesse, Vanessa Franke, Isabell Heil, Sarah Greene, Saskia Schäfer, Franziska Meyer, Jessica Huhn, Maren Gilzinger, Anika Grimm, Nina Reich, Lisa Greh und Sarina Mehlich ganz sicher nicht aufgesetzt. Der Funke sprang auf das Publikum über, das den Majorettes-Nachwuchs nicht ohne Zugabe von der Bühne ließ. So kunterbunt gekleidet wie so manch junger Narr im Saal präsentierte sich „Beauty Queen“ Natalie Oestreich auf der Bürgerhaus-Bühne. Allerdings ist dieser Stil bei ihr nicht nur zur Fastnachtszeit angesagt. Was so alles „hip“ ist, ließ sie gleich anschaulich folgen und holte sich bei Jung und Alt im Saal lautstarken Beifall ab. Mit den Modetrends und den ausgefallenen Klamotten sprach sie vor allem so manch geplagtem Elternteil aus der Seele, der ähnliche Erfahrungen mit den Zöglingen schon durchstehen musste.

Bei so viel Trend- und Markenzwang, durfte die musikalische Persiflage nicht fehlen. „Einpeitscher“ Christian Dimter, Jonas Kraft, Julia Kraft, Melissa Hesse, Lisa Greh, Annika Grimm, Lisa Schuster, Julia Reinhold und Franziska Hohmann tanzten den „Burger Dance“ – offiziell von den Fast-Food-Ketten „Pizza Hut“ und „Kentucky Fried Chicken“ gefördert. Der richtige „Groove“ stellte sich auch bei den Zuschauern ein, die nach den ersten Takten bereits kräftig mittanzten und nach „mehr“ verlangten. Kinderfastnacht in Hochstadt – das ließ sich auch das Hochstädter Prinzenpaar, Yannic I. und Yvonne II., nicht entgehen und grüßte seine närrischen Untertanen mit launigen Worten. Doch angesichts des flotten Programms nahmen auch sie flugs ihre Plätze wieder ein, denn schon „rockten“ Jessica Ihl, Katharina Neumeister, Maja Fischer, Sarah Greene, Julia Filz, Sarka Posposil und Nina Reich über die Bühne. Zunächst zu Melodien aus der „Petticoat-Zeit“, dann zum aktuellen Stimmungssound von „Chihuahua“. Die passend dazu wehenden Röcke waren ebenso wirksamer Bestandteil dieses Tanzes wie die hüpfenden und durch die Luft sausenden Tänzerinnen selbst. Absoluter Höhepunkt des Programms war der Auftritt der beiden HMV-Clowns, die es seit Jahren verstehen, die jungen und jung gebliebenen Zuschauer in ihren Vortrag einzubauen und zu animieren. Diesmal ging es um die Handpuppe von „Peppi“ (Natalie Oestreich) namens „Hermann“, die „Peppo“ (Fabian Dimter) unbeabsichtigt kaputt macht. Schließlich übernimmt er selbst den Part der Puppe. Als er dann zum Leben erwacht und auch noch zum unvergleichlichen Singen ansetzt, versteht Peppi die Welt nicht mehr. Aber wie immer, wenn die beiden zusammen auf der Bühne für amüsanten Schabernack sorgen, siegt am Ende die Freundschaft. Der Auftritt der beiden Clowns wurde mit den entsprechend lautesten Ovationen des Tages honoriert.

Die Kindersitzung wurde nach mehr als zwei Stunden guter Unterhaltung am Stück musikalisch beendet, Lisa Rülke, Nina Reich, Franziska Meyer, Sarah Greene und Melissa Hesse läuteten mit ihrem rührenden Gesang das große Finale ein. Der Song „Wir sind die Kinderschar vom HMV – Hurra!“ hat dabei bereits Kult-Charakter bei Aktiven und Publikum erlangt und lud auch diesmal zum Mitmachen ein. Die Polonäse durch die Besucherreihen beschloss danach eine Sitzung, die zum einen klare Konturen neuer HMV-Talente hervorbrachte, des weiteren mit einem sehr kindgerechten und abwechslungsreichen Programm erneut das Interesse des jungen Publikums in den Vordergrund stellte, aber auch die Älteren im Saal bestens unterhielt.