Kindersitzung 2008

Wo Golf noch mit Fußbällen gespielt wird
HMV-Kindersitzung: Quirliger Humor, der nicht nur von Kindern aufgeführt wird, sondern von ihnen selbst ausgedacht und mitgestaltet wird

Der HMV-Nachwuchs brannte schon sehnsüchtig darauf, endlich wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Schließlich handelte es sich nach dem 111. Jubiläum im letzten Jahr, diesmal schon wiederum eine ganz besondere Kindersitzung. Seit nunmehr 30 Jahren sind die HMV-Kids mit ihrem eigenen Programm auf der Bürgerhausbühne zu sehen. Das Besondere dabei ist, dass der Humoristennachwuchs in die Planung und die Umsetzung der einzelnen Programmpunkte voll involviert sind. Die Jugend bestimmt das Programm, denn nur sie wissen, worüber andere Kinder lachen können.

Doch wie funktioniert das eigentlich? Fastnacht von Kindern für Kinder? Es ist gar nicht so kompliziert. Beim HMV braucht es dazu nur einige junge Humoristen, denen der Jugendausschuss bei der Ausgestaltung ihrer tänzerischen, sprachlichen und musikalischen Ideen zur Seite steht. Das bedeutet, dass die Mitglieder die Kinder bei Vorträgen so sprechen lassen, wie sie sprechen, ohne dass ihnen Erwachsene Worte in den Mund legen. Oder sie tanzen zu Musik und in Kostümen, die ihrem Stil, aber vielleicht nicht immer dem ihrer Trainer entsprechen. Das kommt an, und so fühlten sich die jungen Zuschauer am Sonntag angesprochen und dazu ermuntert, bei jeder Gelegenheit mitzumachen und die Kindersitzung mit Leben zu füllen. Pünktlich um 15.01 Uhr marschierte der Elferrat – angeführt von den beiden Sitzungspräsidenten Lisa Rülke und Christian Dimter – und begleitet durch die Majorettesgruppen in den Saal des Hochstädter Bürgerhauses.

Schon gleich beim ersten Programmpunkt nach der kurzen, aber schwungvollen Begrüßung der Präsidenten, herrschte großer Trubel auf der Bühne. Wie schon bei den großen Sitzungen zeigten die Majorettengruppen der Humoristen einen Gemeinschaftstanz, bei dem zum Schluss 35 Majoretten ein eindrucksvolles Bild auf der Bühne abgaben. Anschließend betrat die „Kleine Hexe“ die Bühne und erzählte von ihrem Ärger auf die großen Hexen, die sie nicht bei der Walpurgisnacht mit um das Feuer tanzen lassen wollten. Und weil sie das so gemein fand, hexte sie ihnen die Hexenbesen und –bücher und sogar das Hexen selbst weg und entzündete daraus ihr eigenes großes Feuer. Frech, aber unheimlich gewitzt – Laura Waider. Nachdem sich die kleine Hexe verabschiedet hatte, stellten die Sitzungspräsidenten den diesjährigen Elferat vor: Niklas Fehst, Laura Fehst, Annika Grimm, Timon Meyer, Patrick van der Stap, Samantha Klyn, Patrick Nowak, Paula Nowak, Franziska Meyer, Jessica Ihl, David Seßner und Noah Schauer. Beide zeigten sich sehr erfreut darüber, dass der Elferrat in dieser Kampagne aus Kindern bestand und zum Glück niemand auf die Idee gekommen war wegen des 30-jährigen Jubiläums lauter 30-jährige auf die Bühne zu setzen. Quirlig und mit viel Spaß an der Sache gingen auch die Jüngsten des HMV auf die Bühne. Leon Benedetti, Leon Demut Neumeister, Shawn McIntosh, Alana McIntosh, Shannon McIntosh, Lara Fischer, Diego Krapf Alvarez, Tim Wicke, Lena Wicke, Christina Heß, Enrico Rülke, Viktoria Heckl tanzten sich mit „Komm, hol das Lasso raus“ in die Herzen des Publikums und wurden erst nach einer Zugabe wieder von der Bühne gelassen.

Kochen ist gar nicht so einfach, wie man denkt. Diese Erfahrung musste auch Tamara Tölpel alias Lisa Rülke machen, die zu Gast in der Kochsendung „Kochstudio der Fürsten“ war. Gastgeberin Elisabeth Fürst alias Nina Reich bemühte sich sehr, ihrem Gast das Kochen zu erklären, doch immer wieder kam es zu Pannen: Frau Tölpel machte alles falsch, was falsch gemacht werden konnte. Unter anderem schaltete sie aus Versehen die falsche Herdplatte an und gab viel zu viel Salz zum Rosenkohl hinzu, so dass dieser am Ende ganz versalzen war… Klar, dass die beiden bei ihrem tollen Vortrag die Lacher auf ihrer Seite hatten.

Auch die Truppe der Midi-Majorettes zeigte, dass sie in ihrem Metier mit ihren Stäben auf dem allerbesten Wege sind, ganz Große zu werden. Es ist immer wieder eine wunderbare Sache, zu sehen was die Mädchen um Julia Reinhold, Sina Seitz, Lisa Schuster, Franziska Schmidt, Franziska Hohmann, Annika Grimm, Annika Waider, Lisa Greh, Karina Hensel und Nadine Uschner jährlich für gewaltige Fortschritte machen. Aus den Tänzerinnen ist schon eine beachtliche Majorettes-Gruppe geworden!

Wer kennt sie nicht? Pippi Langstrumpf, das Mädchen mit den feuerroten Haaren und mit nichts als Unsinn im Kopf –pfiffig und frech gespielt von Franziska Meyer. In diesem Jahr feierte sie ihren Geburtstag. Leider verschlief sie erst einmal und auch bei dem Versuch einen Kuchen zu backen, ging so einiges schief. Doch ihre Freundin Annika (Lara Fischer), die zur Party eingeladen war, hatte sichtlich Spaß an der ganzen Sache. Die sechsjährige Lara Fischer stand übrigens zum ersten Mal bei einem Vortrag mit auf der Bühne und eroberte gleich die Herzen der kleinen und großen Zuschauer. Von diesem Jungtalent wird noch viel zu erwarten sein.

Als letzter Programmpunkt vor der Pause stürmten Verena Huhn, Michelle van der Stap, Rebecca Hensel, Sophia Palermo, Lea Hohmann, Johanna Röll, Anastasia Siemiatkowski, Katharina Heß die Bühne und zeigten als Island-Girls einen tollen Tanz. In schicken Kostümen tanzten sie zu dem Hit „Hot Summer“ von Monrose, der im letzten Jahr die Charts stürmte. Wer wünschte sich da nicht den nächsten Sommer herbei…

Nach der Pause ging es weiter mit den Maxi-Majorettes. In pink-schwarzen Kostümen zeigten sich Frankziska Meyer, Jessica Huhn, Jessica Ihl, Julia Filz, Lisa Rülke, Maren Gilzinger, Nina Reich, Sarah Greene, Vanessa Franke und Vanessa Mehlich als Street-Girls aus den Hochstädter Gassen flippig, schrill, wild und rebellisch. Für ihren Tanz, den sie am Wochenende zuvor bereits auf den großen Sitzungen präsentieren duften, ernteten sie für ihren Auftritt großen Applaus.

Einen sehr gut gespielten und originell gestalteten Vortrag hatten Timon Meyer, David Sessner und Patrick van der Stap vorbereitet. Sie verwandelten die Bühne kurzerhand in einen Golfplatz. Und da kann so allerhand passieren: Trifft man den kleinen Golfball nicht, nimmt man eben den großen Fußball. Das funktioniert doch gleich viel besser. Auch mit einem Golfschläger können so einige Unfälle passieren – jemand kann stolpern, oder wird aus Versehen K.o. geschlagen. Patrick van der Stap schlüpfte bei diesem Vortrag gleich in drei verschiedene Rollen: Er spielte den Golfplatz-Kioskbesitzer, machte in der Rolle eines Wanderers unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Schläger des einen Golfers und brillierte als Ali, dem Mann vom Sicherheitsdienst.

Der folgende Tanz versetzte das Publikum in die Sechziger Jahre zurück – in eine Zeit in der Rock’n Roll der beliebteste Tanz und die angesagteste Musikrichtung war. Anika Waider, Nadine Uschner, Franziska Schmitt, Melissa Hesse und Julien Klyn wirbelten zu „You’re the one that I want“ aus dem Musical „Grease“ über die Bühne und wurden dafür vom Publikum anschließend mit reichlich Applaus belohnt.

Kinderfastnacht in Hochstadt – das ließ sich auch das Hochstädter Kinderprinzenpaar, Vincent I. und Mareike. I, nicht entgehen. Und so fand es seinen Weg hoch auf die Bühne und grüßte seine närrischen Untertanen mit launigen Worten. Auch das große Hochstädter Prinzenpaar, Prinz René I. und Prinzessin Nadine I., im Saal konnten die beiden Sitzungspräsidenten begrüßen - ist Prinz René doch ein waschechter Humorist, der selbst vor vielen Jahren auf der HMV-Kindersitzung aktiv war.

Nachdem bereits die beiden älteren Majorettes-Gruppen aufgetreten waren, kam nun die jüngste an die Reihe. Die Mini-Majorettes – das sind Michelle van der Stap, Verena Huhn, Katharina Heß, Rebecca Hensel, Rebecca Heckl, Johanna Röll, Lea Hohmann, Sofia Palermo, Verena Götz, Marie Roseboom, Anna Burger, Lara Fischer, Luisa Weigand, Anna Altomare und Chiara Altomare. Die Trainerinnen konnten zu Recht stolz auf ihre Tänzerinnen sein, denn bei ihren „ganz großen Kleinen“ zeigte sich ein hohes vorhandenes Potential, auf dem es sich in den nächsten Jahren weiter aufbauen lässt.

Ein Höhepunkt des Programms war ein ums andere Mal der Auftritt der beiden HMV-Clowns Peppi (Sarah Greene) und Piccolino (Colin Jeske), die es seit Jahren verstehen, die jungen und jung gebliebenen Zuschauer in ihren Vortrag einzubauen und zu animieren. In diesem Jahr konnten sie sich nicht einigen, ob Piccolino singen oder Peppi lieber tanzen sollte. Deswegen taten sie beides und ließen nichts unversucht den anderen hereinzulegen. So musste sich Piccolino mit einem Mikro herumschlagen, dass – auf Peppis Zeichen hin – von der Technik immer wieder ausgeschaltet wurde, während er sang. Er bekam von Peppi einen falschen Songtext: Statt „Rot, rot, rot, rot sind die Rosen…“ sang er plötzlich „Blau, blau, blau, blau sind die Flecken, wenn ich Peppi immer zu sehr ärg’re…“ Im Ausgleich gab er Peppi falsche Schuhe. Auf einmal gehorchten ihr beim Tanzen ihre Beine nicht mehr und machten, was sie wollten. Zum Glück entschlossen sich die beiden Clowns zum Schluss doch lieber etwas gemeinsam zu machen und so sangen und tanzten sie gleichzeitig zum „Lied über mich“.

Nach diesem Programmpunkt war die Kindersitzung fast beendet. Doch bevor sich die beiden Kindersitzungspräsidenten von den Besuchern verabschiedeten, betrat Jugendleiterin Christine Rothaut die Bühne. Grund dafür war Lisa Rülkes letzter Auftritt als Kindersitzungspräsidentin. Nachdem sie drei Jahre lang die Kindersitzung moderiert hat, hört sie leider nach dieser Kampagne auf. Allerdings wird sie weiterhin mit ihrer Majorettesgruppe auf der HMV-Bühne zu sehen sein. Christine Rothaut bedankte sich im Namen des Vereins bei ihr und überreichte ihr einen Blumenstrauß.

Zum Schluss präsentierten Melissa Hesse und Sarah Greene zwei Hits aus dem Film „High School Musical“. Damit trafen sie, wie auch bereits im letzten Jahr, genau den Geschmack der Teenager im Saal. Sie läuteten damit das große Finale ein, zu dem sich alle HMV-Kinder noch einmal auf der Bühne einfanden.

Samantha Klyn sang zum ersten Mal das neue HMV-Kinderlied und lud gemeinsam mit den anderen das Publikum zum Mitsingen ein. Mit einer großen Polonäse verabschiedeten sich der Humoristennachwuchs aus dem Saal und beendete eine Kindersitzung, die mit einem sehr kindgerechten und abwechslungsreichen Programm erneut das Interesse des jungen Publikums in den Vordergrund stellte, aber auch die Älteren im Saal bestens unterhielt.