Hochstadt-Rallye 2012

„Hochstadt finden wir echt cool“

 Spürnasen sind gefragt: Rallye durch den Ort trifft auf große Resonanz

 

Auch wenn es gut und gerne sechs oder acht Meter sind bis zu dem jahrhundertealten Stein, so lassen sich die recht gut erhaltenen Umrisse ja immerhin deuten. Eine Zahl und drei Wappen erkennen die Kinder vom Kopfsteinpflaster aus mit Blick auf den Stein über ihnen am Kirchturm. Und was könnte es bedeuten? Die kleinen Gruppen aus Kindern und Jugendlichen diskutieren, rätseln und entscheiden sich letztlich für eine Lösung. Die Antwort, die sie bei der großen Hochstadt-Rallye  gaben, wolltegut überlegt sein – es ging schließlich um attraktive Preise.

 Nach dem markanten Hochstädter Wahrzeichen mit Wetterhahn an der Spitze streiften die 40 jungen Teilnehmer weitere Stellen im Stadtteil, bei denen viele davon ausgingen, sie aus dem Effeff zu kennen.Das Obertor, die Bäckerei in der Ringstraße, die Sparkasse, die Fachwerkhäuser, das Schützenhäuschen: Wo die Rallye Halt machte, waren die Spürnasen gefragt. Auch die eingefleischte Hochstädter Jugend und die selbsternannten „alten Hasen“ mussten schon ganz genau hinsehen und mitunter kreativ sein, um die Fragen zu beantworten und die volle Punktzahl einzuheimsen.

  Spätestens in der Bogenstraße wurde es knifflig. Über einem der Hauseingänge steht dort ein lateinischer Spruch geschrieben. Ihn zu übersetzen erforderte einigen Ideenreichtum – und Mut. Denn natürlich durften die erwachsenen Begleiter den Kleingruppen nicht helfen, wohl aber Hochstädter Passanten. Einige wussten ihnen tatsächlich zu helfen und konnten „Ora et labora“ ins Deutsche übersetzen. Andere Teilnehmer versuchten es über Herleitungen. Kreative Lösungen wie jene einer Mädchengruppe, dass in diesem Haus wohl mal ein „Dr. Et Ora“ sein „Labora“ gehabt habe, zählten ausnahmsweise nicht.

  Dafür zählte Kreativität an anderen Stellen. Rund ums Schützenhäuschen suchten sich die Gruppen auf den Wiesen ein ruhiges Plätzchen um zu reimen. Denn nachdem die Kinder die Frage geklärt hatten, warum das Schützenhäuschen so heißt wie es heißt – die meisten Teilnehmer setzten an dieser Stelle ihren Telefon-Joker ein, der sie über die Aufgabe des Feldschütz‘ aufklärte –, durften sie sich von dem herrlichen Ausblick auf Hochstadt bis hin zur Skyline der Mainmetropole inspirieren lassen: Die nächste Aufgabe erforderte einen Vier- bis Sechszeiler über Hochstadt. Da sprudelten die Kinder nur so über vor Einfällen und von der einen Seite des Schützenhäuschens schallte das Gelächter auf die andere angesichts der witzigen Reime.  Hier nur mal die Kostprobe „Hochstadt finden wir echt cool, im Schwimmbad gibt’s nen Riesenpool“ einer Jungengruppe und „Ja, in Hochstadt leben wir, ich glaub‘, hier gibt es sehr viel Bier“ einer Mädchengruppe.

 Einige Rallye-Teilnehmer aus den Reihen des HMV profitierten von der vereinseigenen „Dichterwerkstatt“, in der genau das Reimen und kreative Texten spielerisch erlernt und geübt wird. Kommendes Jahr richten die Humoristen die bereits dritte Mehrtagestour für Jugendliche aus, an der es ums Spielen und Texten geht – eines der Förderprogramme im Verein für die kommenden Talente auf der Fastnachts- und Kabarettbühne des HMV. Vorteil hin oder her: Für die Extrapunkte legten sich alle Teilnehmer ordentlich ins Zeug.

  Rund zwei Stunden zogen so die Kinder und Jugendlichen durch Hochstadt, trotzten den sommerlichen Temperaturen und strengten ihren Hirnschmalz an. Das zahlte sich aus: Für die nach Alter gestaffelten Gruppen winkten Gutscheine fürs Schwimmbad, die Eisdiele sowie die Alte Fasanerie in Hanau-Klein-Auheim. Leer ging aber niemand aus. Und obendrein gab es ja auch noch etwas zu lernen. Die Veranstalter um Nina Walzer-Stein, die die Rallye federführend vorbereitet hatte, waren stolz auf die Großen und die Kleinen, die sich viel Mühe gaben und sich nach ihrer Rückkehr an den Ausgangspunkt, die Andreashalle an der Ringmauer, erst einmal eine ordentliche Kuchenration und ein kühles Getränk gönnten. Viel zu erleben gab es überdies für die Kleinen unter sechs Jahren, die sich auf Schatzsuche begaben, auf einem Pony ausreiten durften und an einem „Bunttisch“ schicke Mandalas malen durften.